1. Einführung

Francisco hat schon sein ganzes Leben lang zusammen mit seinem Vater landwirtschaftliche Dienstleistungen an Dritte angeboten. Nachdem sein Vater in den Ruhestand gegangen ist, entschied er sich, den Betrieb zu übernehmen und zu verändern. Dazu gehörten Investitionen und die Senkung der Betriebskosten. Der Übergabeprozess verlief innerhalb der Familie für alle zufriedenstellend. Allerdings würde er durch eine schlechte Erfahrung mit der Bürokratie das Vorgehen beim nächsten Mal überdenken.

2. Betriebsleiter-Profil

Name Francisco Lopera
Alter 33
Geschlecht Männlich
Ausbildung Business-Training, Unternehmensgründungs-Kurse, Spezialisierung in der Landwirtschaft, Verkostung, Präventiver Arbeitsschutz.
Familienstand Eingetragener Lebenspartner
Eingetragener Lebenspartner 1

3. Betriebsprofil

Adresse Higuera de Calatrava
Betriebsfläche 55 ha
Seit wann ist der Betrieb in Familienbesitz? Nicht bekannt
Zahl der Mitarbeiter (Familienangehörige) Francisco (Vollzeit) 1 (Teilzeit)
Zahl der Mitarbeiter (Andere Mitarbeiter) 1 (Vollzeit) 20 (Teilzeit)

BESCHREIBUNG DES BETRIEBS VOR DER ÜBERGABEN

Der Betrieb ist mindestens seit der Generation von Franciscos Großeltern in Familienbesitz. Der Großvater war Betriebsleiter bis Franciscos Vater Teil der Familie wurde und in das Geschäft mit eingestiegen ist. Er fing dann an im Lohn Mähdruscharbeiten an andere Landwirte in Andalusien und Castilla anzubieten. Dabei haben sie immer versucht die Maschinen auf dem aktuellen technischen Stand zu halten. Auch haben sie ihre Dauerkulturen mit Bewässerungstechnik ausgestattet und arbeiten mit Genossenschaften und privaten Unternehmen zusammen.

BESCHREIBUNG DES BETRIEBS NACH DER ÜBERGABE

Francisco hat entschieden die Druscharbeiten zu reduzieren, da es in der Gegend heutzutage immer weniger Getreide gibt und hier große Investitionen zu tätigen wären. Durch den sinkenden Getreideanbau konnte er weitere Flächen pachten und Lohndienstleistungen in anderen Bereichen ausweiten. Das führt dazu, dass er jedes Jahr mehr Leute einstellen muss. Er versucht früh zu ernten, um eine hohe Qualität zu erreichen, obwohl die höheren Kosten kaum honoriert werden. Auch deshalb versucht er nun auf integrierte Produktion umzusteigen. Er hat versucht Pflanzenschutzmaßnahmen so gut wie möglich zu reduzieren und diese zur richtigen Zeit auszuführen. So kann er die Pflanzen gesund halten und Kosten sparen. Weiterhin haben sie sich einen neuen Traktor zugelegt, eine Fräse und einen Radlader. Die Verkäufe an Privatfirmen wurden ausgeweitet und die Verkäufe an Genossenschaften reduziert.

4. Übergabe-Prozess

Seit seiner Kindheit hat Francisco auf dem Betrieb seines Vaters und besonders beim Dreschen geholfen. Als der Vater dann krankheitsbedingt in Ruhestand ging, übernahm er den Betrieb und war von nun an Selbständig. Sein Vater hat ihn dabei unterstützt und immer wieder motiviert neue Investitionen zu tätigen. 2008 bewarb er sich für eine Startup-Förderung, die er jedoch erst im Jahr 2010 erhielt. Der Umstellungsprozess war dann 2015 beendet. Im Rahmen der Hof-Übergabe musste dabei viel Schreibarbeit geleistet werden. Weiterhin hat er sich für den „Entwicklungsplan“ des Programms für ländliche Entwicklung eingeschrieben, wodurch der Bürokratieaufwand weiter wuchs. Wenn er nochmal die Möglichkeit hätte, würde er sich gegen staatliche Förderung entscheiden, denn was man auf der einen Seite gewinnt, verliert man andernorts wieder.

Probleme und Herausforderungen

Das Überangebot in ihrer Region hat ihn dazu veranlasst, sich auf andere landwirtschaftliche Lohnarbeiten in ihrer Region zu fokussieren sowie die Mähdrescher zu verkaufen.

Die Genossenschaft macht Probleme beim wirtschaftlichen Management des Betriebs. Diese Zusammenarbeit verursacht höhere Kosten, weniger Kontrolle über das Geschäft und weniger Entscheidungsspielraum bei den eigenen Finanzmitteln.

Exzessive Bürokratie, rechtliche Vorgaben und öffentliche Kontrollen, die professionelles Vorgehen behindern, demotivieren viele junge Landwirte. Was sie brauchen ist Rat und bessere Vorgaben.

Wenn man sich für öffentliche Förderungen bewirbt ist es ohne eine Familie im Rücken sehr schwer sich an den Business-Plan zu halten und einen nachhaltigen Betrieb zu führen.

Durch die hohen Bodenpreise und Kosten für Maschinen wird die Produktion eher auf Qualität ausgelegt als auf Quantität.

Beim Pachten von Flächen gibt es Beschränkungen, Mischfrüchte anzubauen ist nicht erlaubt und somit viel Flexibilität gefragt. Eigentümer möchten ihre Subventionsansprüche nicht übertragen.

Wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen

Selbst theoretische Kurse sind hilfreich. Es sollte hier mehr Angebote geben, die an die verschiedenen Situationen angepasst werden. 

 

 

Marketing, Design, Produktanpassung an die Verbraucheranforderungen. 

 

 

Steuerliche und rechtliche Aspekte, die das eigene Unternehmen betreffen.

 

 

Professionelle Beratung um neue Möglichkeiten zu erschließen.

 

"Man sollte sich vorab gut mit dem Thema auseinandersetzen und sich nicht vom Geld leiten lassen. Beschäftigen Sie sich mit ihrer Situation und allen steuerlichen und rechtlichen Aspekten. Der Rückhalt der Familie – sowohl wirtschaftlich als auch emotional ist dabei sehr wichtig." 

FRANCISCO LOPERA

5. Überlegungen, Fähigkeiten, Kompetenzen die für den Übergabeprozess wichtig sind, sowie Fragen und Reflektion

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