1. Einführung

Die Pešta-Familie bewirtschaftet ihren Betrieb seit mehreren Jahrzehnten. Die Eltern des Hofübernehmers haben den Betrieb nach der Zeit der Verstaatlichung und Kollektivierung im Jahre 1992 renoviert. Sie betreiben hauptsächlich Viehzucht und bauen Mais, Klee, Hülsenfrüchte, Weizen, Gerste, und Triticale an. Neben Rindern züchten sie Pferde, Ziegen, Kaninchen sowie Geflügel und halten Bienen. Im Jahr 2010 belegte der Betrieb den dritten Platz beim Wettbewerb „Bauernhof des Jahres“. 2012 wurde auf dem Betrieb ein Bauernfest für Familien und Kinder veranstaltet.

2. Betriebsleiter-Profil

Name Vladimír Pešta
Alter 32
Geschlecht Männlich
Ausbildung Master Maschinenbau
Familienstand Verheiratet
Eingetragener Lebenspartner 4; 2.

3. Betriebsprofil

Adresse Nedrahovice – Bor, střední Čechy
Betriebsfläche 100 ha
Seit wann ist der Betrieb in Familienbesitz? Seit 1654. Nach 40 Jahren Kollektivierung wurde der Betrieb 1992 renoviert.
Zahl der Mitarbeiter (Familienangehörige) Zwei Brüder, 365 Tage im Jahr, 8-16 Stunden am Tag (Vollzeit) 0 (Teilzeit)
Zahl der Mitarbeiter (Andere Mitarbeiter) 0 (Vollzeit) 0 (Teilzeit)

BESCHREIBUNG DES BETRIEBS VOR DER ÜBERGABEN

Der Betrieb hat ursprünglich seiner Mutter und seinem Onkel gehört. Deren Vater war verantwortlich dafür, die Schafe zu weiden. Unter dem Jahr verbrachten sie 6 Monate auf den staatlichen Flächen von Santiago Pontones. Über die kalten Wintermonate waren sie dann mit ihren ca. 1100 Schafen in der wärmeren Sierra Morena -Region. Sie hatten dafür keine Ausrüstung oder Fahrzeuge – alles wurde von Hand erledigt. Vermarktet wurden die Schafe über Schafhändler die tierspezifische Preise machen und geringfügig zwischen den verschiedenen Züchtern unterscheiden.

BESCHREIBUNG DES BETRIEBS NACH DER ÜBERGABE

Nach der Hofübergabe konnten sie weitere 27 ha Land dazubekommen um ihr Vieh das ganze Jahr über selbst versorgen zu können. Seither versucht der Hofübernehmer die alten Maschinen nach und nach durch neue zu ersetzen. Insgesamt hat sich durch die Hofübergabe nicht viel an der Betriebsausrichtung geändert – sowohl die Übergeber als auch der Übernehmer sind auf Viehzucht spezialisiert.

4. Übergabe-prozess

Vladimír Pešta besuchte die landwirtschaftliche Universität in České Budějovice, die er im Jahr 2008 erfolgreich abschloss und beantragte am 1. August die Eintragung in das Handelsregister um eine Identifikationsnummer für sein Unternehmen zu erhalten. Anschließend beantragte er das „Förderprogramm für junge Landwirte“. Ein Jahr später beantragte dann sein Vater das „Vorruhestandsregelungsverfahren für Landwirte“. Damit waren alle Voraussetzung für die Übergabe erfüllt und die Hofübergabe konnte innerhalb von 36 Monaten vollzogen werden.

Probleme und Herausforderungen

In ihrem speziellen Fall gab es keine Probleme – trotzdem möchte er hier einige Herausforderungen nennen:

Allgemein ist es schwierig, wenn die Kinder nicht mehr auf dem Betrieb leben und somit wenig Bezug zur Landwirtschaft haben. Wenn sie anfangen, anderswo zu arbeiten und einen guten Job haben, ist es schwierig, diesen aufzugeben. Optimal ist es, auf dem Bauernhof aufzuwachsen und dort zu arbeiten. Auch das Alter des Vorgängers spielt eine entscheidende Rolle. Der Zeitpunkt für die Übergabe ist ideal, wenn der Nachfolger in der Lage ist, den Betrieb zu übernehmen und vollständig zu verwalten. Auch bei steuerlichen Aspekten hinsichtlich der Eigentumsübertragungen liegen Herausforderungen. Der Übergeber sollte den Betrieb abgeben und den Nachfolger „machen lassen“ bzw. nicht überall noch mitwirken wollen.

Wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen

Für die Hofübergabe an sich sind keine speziellen Fähigkeiten und Wissen nötig – Landwirtschaftliche Fähigkeiten und Wissen sind jedoch wichtig.

 Er empfiehlt, den Übergabevertrag sorgfältig zu lesen und – sofern nötig – anzupassen. Auch sollten die Formalien im Hinblick auf die Übertragung des Betriebes, der Maschinen, der Landflächen und der Gebäude nicht unterschätzt werden. Wichtig ist auch eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten, wobei die Übergabe wie in diesem Fall „natürlich“ vonstatten gehen sollte: Der Übernehmer hat nach Abschluss seines Studiums direkt den Betrieb übernommen und sein Vater konnte das Programm für den Vorruhestand in Anspruch nehmen. So kann er nun seinen Hobbies nachgehen.

VLADIMÍR PEŠTA

5. Überlegungen, Fähigkeiten, Kompetenzen die für den Übergabeprozess wichtig sind, sowie Fragen und Reflektion

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